Mitarbeitergespräch: Vorlage und Leitfaden
Ein Gesprächsleitfaden mit Fragen, die beide Seiten vorher lesen können – und einer Zielvereinbarung am Ende.
Teil unserer kostenlosen Vorlagen für Tagesordnungen.
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1.Angaben zum Gespräch
| Mitarbeiter:in | {{Name}} |
|---|---|
| Funktion / Abteilung | {{Funktion, Abteilung}} |
| Führungskraft | {{Name}} |
| Datum, Uhrzeit, Ort | {{Datum}}, {{Uhrzeit}}, {{Ort}} |
| Berichtszeitraum | {{von}} bis {{bis}} |
| Letztes Gespräch am | {{Datum}} |
Termin mindestens eine Woche vorher vereinbaren und diesen Bogen beiden Seiten mitgeben. Ein Gespräch zwischen Tür und Angel ist kein Mitarbeitergespräch.
2.Vorbereitung – von beiden Seiten vor dem Termin auszufüllen
| Frage | Antwort der Führungskraft | Antwort des/der Mitarbeitenden |
|---|---|---|
| Was ist im Berichtszeitraum besonders gut gelungen? | {{Zwei konkrete Beispiele}} | {{Zwei konkrete Beispiele}} |
| Was war schwierig, und woran lag es? | {{Antwort}} | {{Antwort}} |
| Was hat die Arbeit behindert – Abläufe, Ausstattung, Zuständigkeiten? | {{Antwort}} | {{Antwort}} |
| Welche Aufgaben sollen künftig hinzukommen oder wegfallen? | {{Antwort}} | {{Antwort}} |
Beide Spalten werden getrennt und vor dem Termin ausgefüllt. Die Unterschiede zwischen den Spalten sind der eigentliche Gesprächsstoff – dort steht, wo die Wahrnehmungen auseinandergehen.
3.Rückblick auf den Berichtszeitraum
- Aufgabenschwerpunkte im Zeitraum: {{Auflistung}}
- Veränderungen in Rolle, Team oder Prozessen: {{Beschreibung}}
- Belastungssituationen und wie sie bewältigt wurden: {{Beschreibung}}
- Rückmeldungen von Kundinnen, Kunden oder Kolleginnen und Kollegen: {{Beispiele}}
Bleiben Sie bei beobachtbaren Tatsachen und Beispielen. Formulierungen über die Person („ist unzuverlässig“) blockieren das Gespräch; Formulierungen über die Situation („die Übergabe am Freitag hat dreimal gefehlt“) lassen sich klären.
4.Zielerreichung aus dem letzten Gespräch
| Vereinbartes Ziel | Vereinbart bis | Ergebnis | Einschätzung beider Seiten |
|---|---|---|---|
| {{Ziel 1}} | {{Datum}} | {{Was ist tatsächlich erreicht worden}} | {{erreicht / teilweise / nicht erreicht – Begründung}} |
| {{Ziel 2}} | {{Datum}} | {{Ergebnis}} | {{Einschätzung}} |
| {{Ziel 3}} | {{Datum}} | {{Ergebnis}} | {{Einschätzung}} |
Nicht erreichte Ziele zuerst auf die Umstände prüfen: Waren Zeit, Budget und Zuständigkeit vorhanden? Ein Ziel, das ohne die zugesagte Unterstützung geblieben ist, ist kein Leistungsproblem.
5.Zusammenarbeit und Führung
- Zusammenarbeit im Team: {{Was funktioniert, was nicht}}
- Informationsfluss und Erreichbarkeit: {{Einschätzung}}
- Rückmeldung an die Führungskraft: {{Was sollte sie beibehalten, was ändern}}
- Arbeitsbedingungen, Arbeitszeit und Belastung: {{Anliegen}}
Der dritte Punkt ist der, der am häufigsten ausgelassen wird und am meisten bringt. Fragen Sie ausdrücklich nach und schreiben Sie die Antwort mit – ohne Notiz bleibt sie folgenlos.
6.Entwicklung und Qualifizierung
- Fachliche Stärken, die stärker genutzt werden sollten: {{Beschreibung}}
- Kenntnisse oder Fertigkeiten, die fehlen: {{Beschreibung}}
- Geplante Weiterbildung, Einarbeitung oder Hospitation: {{Maßnahme, Zeitraum, Kostenträger}}
- Perspektive in den nächsten ein bis drei Jahren: {{Beschreibung}}
Halten Sie zu jeder Maßnahme fest, wer sie bezahlt und ob sie in der Arbeitszeit stattfindet. Ohne diese beiden Angaben bleibt die Weiterbildung eine Absichtserklärung.
7.Zielvereinbarung für den nächsten Zeitraum
| Ziel | Woran wird die Erreichung erkannt | Bis wann | Unterstützung durch das Unternehmen |
|---|---|---|---|
| {{Ziel 1}} | {{Messgröße oder beobachtbares Ergebnis}} | {{Datum}} | {{Schulung, Zeit, Budget, Zuständigkeit}} |
| {{Ziel 2}} | {{Messgröße}} | {{Datum}} | {{Unterstützung}} |
| {{Ziel 3}} | {{Messgröße}} | {{Datum}} | {{Unterstützung}} |
Drei Ziele sind genug. Vereinbaren Sie zu jedem einen Zwischenstand nach etwa sechs Monaten – sonst wird über die Ziele erst im nächsten Jahresgespräch wieder gesprochen.
8.Abschluss und Unterschriften
Mit der Unterschrift bestätigen beide Seiten, dass das Gespräch geführt wurde und die Vereinbarungen so festgehalten sind. Die Unterschrift bedeutet nicht, dass jede Einschätzung geteilt wird. Eine abweichende Auffassung kann hier festgehalten werden: {{Stellungnahme des/der Mitarbeitenden}}
| Nächster Zwischenstand am | {{Datum}} |
|---|---|
| Nächstes Mitarbeitergespräch | {{Datum}} |
Beide Seiten erhalten eine Kopie. Wo eine Betriebsvereinbarung zum Mitarbeitergespräch besteht, richten sich Aufbewahrung und Zugriff nach dieser Vereinbarung.
Ausgefülltes Beispiel aus einem mittelständischen Software-Dienstleister mit 90 Beschäftigten.
1.Angaben zum Gespräch
| Mitarbeiter:in | Lena Fritsch |
|---|---|
| Funktion / Abteilung | Fachinformatikerin, Anwendungssupport (2nd Level) |
| Führungskraft | Andreas Pohl, Teamleitung Support |
| Datum, Uhrzeit, Ort | 11. Juni 2026, 10:00 Uhr, Besprechungsraum Nord |
| Berichtszeitraum | Juni 2025 bis Mai 2026 |
| Letztes Gespräch am | 5. Juni 2025 |
2.Vorbereitung – von beiden Seiten vor dem Termin auszufüllen
| Frage | Antwort der Führungskraft | Antwort des/der Mitarbeitenden |
|---|---|---|
| Was ist im Berichtszeitraum besonders gut gelungen? | Übernahme der Rufbereitschaft ab Oktober; Aufbau der Wissensdatenbank mit 40 gepflegten Artikeln | Wissensdatenbank; Einarbeitung von zwei neuen Kolleginnen ohne zusätzliche Zeit |
| Was war schwierig, und woran lag es? | Reaktionszeiten im Februar und März nach dem Ausfall eines Kollegen | Zwei Monate Doppelbelastung, dazu Ticketsystem-Umstellung ohne Schulung |
| Was hat die Arbeit behindert – Abläufe, Ausstattung, Zuständigkeiten? | Unklare Abgrenzung zwischen 1st und 2nd Level bei Kundeneskalationen | Ich entscheide über Eskalationen, ohne dass das irgendwo geregelt ist |
| Welche Aufgaben sollen künftig hinzukommen oder wegfallen? | Mehr Verantwortung für die Wissensdatenbank, weniger Standardtickets | Fachliche Anleitung der Auszubildenden; weniger reine Passwortfälle |
3.Rückblick auf den Berichtszeitraum
- Aufgabenschwerpunkte: 2nd-Level-Support für die Warenwirtschaft, Rufbereitschaft seit Oktober, Aufbau der Wissensdatenbank
- Veränderungen: Umstellung des Ticketsystems im Januar; ein Kollege ab Februar dauerhaft ausgefallen
- Belastung: Februar und März mit durchschnittlich 46 Wochenstunden laut Zeiterfassung; Ausgleich durch Freizeit im April erfolgt
- Rückmeldungen: zwei ausdrückliche Lobmails von Kundenseite zur Migration bei der Spedition Kettler
4.Zielerreichung aus dem letzten Gespräch
| Vereinbartes Ziel | Vereinbart bis | Ergebnis | Einschätzung beider Seiten |
|---|---|---|---|
| Wissensdatenbank mit mindestens 30 Artikeln aufbauen | 31.03.2026 | 40 Artikel veröffentlicht, davon 12 mit Video | erreicht und übertroffen |
| ITIL-Foundation-Zertifizierung ablegen | 31.12.2025 | Nicht abgelegt; Schulungsbudget im Herbst gesperrt | nicht erreicht – Ursache lag beim Unternehmen, Ziel wird übernommen |
| Erstlösungsquote im 2nd Level auf 70 % steigern | 31.05.2026 | 66 % im Jahresmittel, ab April 72 % | teilweise erreicht – Einbruch in den Monaten der Doppelbelastung |
5.Zusammenarbeit und Führung
- Zusammenarbeit im Team: funktioniert; die Übergabe an die Rufbereitschaft ist seit Einführung der Checkliste zuverlässig
- Informationsfluss: Änderungen an Kundenverträgen erreichen den Support oft erst über die Kunden selbst
- Rückmeldung an die Führungskraft: kurze Abstimmungen beibehalten; bei Personalausfällen früher gegensteuern statt vier Wochen abzuwarten
- Arbeitsbedingungen: zweiter Bildschirm am Arbeitsplatz fehlt weiterhin; Rufbereitschaftspauschale ist geklärt
6.Entwicklung und Qualifizierung
- Stärken: strukturierte Dokumentation, Ruhe in Eskalationen, verständliche Erklärungen für Nichttechniker
- Lücken: formales Prozesswissen (ITIL), Grundlagen SQL für eigene Auswertungen
- Geplant: ITIL-Foundation-Kurs im Oktober 2026, Kosten trägt das Unternehmen, Teilnahme in der Arbeitszeit; SQL-Grundlagen als Selbstlernkurs mit vier Stunden Lernzeit pro Monat
- Perspektive: fachliche Anleitung der Auszubildenden ab 2027, mittelfristig Teilverantwortung für die Wissensbasis des gesamten Supports
7.Zielvereinbarung für den nächsten Zeitraum
| Ziel | Woran wird die Erreichung erkannt | Bis wann | Unterstützung durch das Unternehmen |
|---|---|---|---|
| ITIL-Foundation-Zertifizierung ablegen | Bestandene Prüfung, Zertifikat liegt vor | 31.12.2026 | Kurs und Prüfungsgebühr, Teilnahme in der Arbeitszeit |
| Erstlösungsquote im 2nd Level auf 72 % halten | Monatsauswertung im Ticketsystem, Jahresmittel | 31.05.2027 | Ersatz für die vakante Stelle bis spätestens Oktober besetzen |
| Eskalationsregel zwischen 1st und 2nd Level schriftlich festlegen | Verabschiedete Regel im Qualitätshandbuch, im Team geschult | 30.11.2026 | Zwei Workshoptermine mit der Teamleitung 1st Level |
8.Abschluss und Unterschriften
Beide Seiten bestätigen, dass das Gespräch am 11. Juni 2026 geführt wurde und die Vereinbarungen so festgehalten sind. Stellungnahme von Frau Fritsch: „Die Einschätzung zur Erstlösungsquote teile ich; ich bitte darum, den Einbruch im Februar und März im Zusammenhang mit der Doppelbelastung zu sehen.“
| Nächster Zwischenstand am | 4. Dezember 2026 |
|---|---|
| Nächstes Mitarbeitergespräch | Juni 2027 |
Was ist ein Mitarbeitergespräch?
Das Mitarbeitergespräch ist ein regelmäßig geführtes, vorbereitetes Gespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeitendem über Rückblick, Zielerreichung, Zusammenarbeit und Entwicklung, das mit einer schriftlichen Vereinbarung endet. Es ist kein Anlassgespräch: Kritik an einem konkreten Vorfall gehört zeitnah geklärt und nicht in den Jahrestermin verschoben.
Die Vorlage oben ist deshalb ein Leitfaden und keine Tagesordnung. Sie führt durch sieben Abschnitte – Rahmen, Vorbereitung beider Seiten, Rückblick, Zielerreichung, Zusammenarbeit und Führung, Entwicklung, Zielvereinbarung – und endet mit Unterschriftszeilen und einem Feld für eine abweichende Stellungnahme.
Ziele, die im Gespräch etwas taugen
Ein Ziel ist brauchbar, wenn beide Seiten ein Jahr später ohne Diskussion sagen können, ob es erreicht wurde. Dazu gehören eine Messgröße, ein Termin und die Angabe, was das Unternehmen dafür beisteuert – Zeit, Budget, Schulung. Ziele, die nur aus einem Adjektiv bestehen („serviceorientierter arbeiten“), erzeugen im nächsten Gespräch genau denselben Streit wie im letzten.
- Messgröße: woran wird die Erreichung erkannt?
- Termin: bis wann?
- Beitrag des Unternehmens: Schulung, Freistellung, Budget, Zuständigkeit.
- Zwischenstand: wann wird nachgeschaut, statt erst in zwölf Monaten?
So funktioniert es
- Den Leitfaden auf dieser Seite lesen – Blankovorlage und ausgefülltes Beispiel.
- Als Word-Datei oder PDF herunterladen und beiden Seiten mindestens eine Woche vor dem Termin geben.
- Im Gespräch nur die Ergebnisspalten füllen; die Zielvereinbarung am Ende gemeinsam unterschreiben.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Mitarbeitergespräch?
Das Mitarbeitergespräch ist ein regelmäßig geführtes, vorbereitetes Gespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeitendem über Rückblick, Zielerreichung, Zusammenarbeit und Entwicklung, das mit einer schriftlichen Vereinbarung endet. Es ist kein Anlassgespräch: Kritik an einem konkreten Vorfall gehört zeitnah geklärt und nicht in den Jahrestermin verschoben.
Wie bereite ich mich als Mitarbeitende oder Mitarbeitender vor?
Gehen Sie die Fragen im Abschnitt „Vorbereitung“ dieser Vorlage vor dem Termin schriftlich durch: erreichte Ergebnisse mit Beispielen, was gut lief, was Sie behindert hat, welche Aufgaben Sie künftig übernehmen möchten und welche Unterstützung Sie brauchen. Zwei bis drei konkrete Beispiele sind wirksamer als eine allgemeine Einschätzung.
Wie oft sollte ein Mitarbeitergespräch stattfinden?
Üblich ist ein ausführliches Gespräch im Jahr, oft mit einem kürzeren Zwischentermin nach sechs Monaten, um Ziele nachzujustieren. Rhythmus und Ablauf können bei betrieblicher Regelung in einer Betriebsvereinbarung festgelegt sein – dann gilt diese.
Muss das Ergebnis unterschrieben werden?
Eine gesetzliche Pflicht dazu gibt es nicht; sinnvoll ist es trotzdem. Die Unterschrift beider Seiten hält fest, dass die Vereinbarung so verstanden wurde – nicht, dass man einer Bewertung zustimmt. Wer anderer Meinung ist, kann das im Feld für die Stellungnahme festhalten.